tbs berlin GmbH Unternehmensberatung

4. Typische Widerstände des Arbeitgebers

 In nicht wenigen Fällen begegnen die Arbeitgeber dem Ansinnen von BR/PR nach externer Unterstützung mit Skepsis. Zum einen fürchten sie die einseitige parteiische Beratung und damit erhöhten Widerstand bei betrieblichen Veränderungen. Zum anderen wollen sie die an-fallenden Kosten vermeiden.

Der BR/PR sollte dem Arbeitgeber verdeutlichen, dass die Hinzuziehung von Sachverständigen nicht von der deren Gnade abhängt, sondern sein gesetzlich fixiertes Recht ist.

Darüber hinaus liegt eine qualifizierte Beratung des BR/PR auch im Interesse des Arbeitgebers, denn Umstrukturierungsmaßnahmen können somit oft schneller umgesetzt werden und das Ergebnis ist durch die konstruktive Beteiligung der Interessenvertretung nachhaltiger.

Verweis auf interne Sachverständige (z.B. EDV Beauftragte...)

Der BR/PR muss, wenn der Arbeitgeber dies anbietet, alle internen Informationsquellen ausschöpfen, bevor er auf externe Sachverständige zurückgreifen kann. Aufgrund ihres Abhängigkeitsverhältnisses gegenüber dem Arbeitgeber können diese Personen den BR/PR in seinem Sinne nur eingeschränkt beraten, insbesondere was die Frage personeller Konsequen-zen von betrieblichen Maßnahmen betrifft. Mit einem solchem Hinweis hat der BR/PR somit auch nach interner Information weiterhin das Recht auf externe Beratung.

GF fordert den Personalrat auf, sich durch Teilnahme an einer Schulungsmaßnahme selbst zu qualifizieren

Der Hinweis auf eine Schulungsmaßnahme ist eine mögliche Alternative zur Hinzuziehung einer/s Sachverständigen. Oft ist es aber so, dass ein allgemeines Weiterbildungsseminar den BR/PR nicht ausreichend qualifizieren kann und nur eine auf die betriebliche Situation zugeschnittene Bildungsmaßnahme in Frage käme. Wenn eine solche Schulungsmaßnahme angeboten würde, könnte diese aber auch aus zeitlichen Gründen als Unterstützung des BR/PR ausscheiden, wenn der BR/PR unter Druck steht, bestimmte Fragen schnell zu klären oder Entscheidungen schnell zu treffen, wie es in der Praxis häufig vorkommt. Die Kosten eines geeigneten Seminars müsste in diesem Fall ebenfalls der Arbeitgeber übernehmen. Der Hinweis auf Schulungsmaßnahmen erübrigt sich, wenn die Thematik so komplex ist, dass der BR/PR seine Aufgaben nur mit einer speziellen Ausbildung erfüllen könnte.

Dem Arbeitgeber ist das vom BR/PR vorgelegte Angebot der/s Sachverständigen zu teuer

Die Rechtsprechung hat eindeutig geklärt, dass der BR/PR nicht verpflichtet werden kann, den günstigsten Sachverständigen zu beauftragen. Die Tagessätze im Angebot müssen lediglich den marktüblichen Preisen entsprechen.